Frontex ignoriert Seenotretter, aber gibt libyscher Miliz Koordinaten eines Bootes in Seenot
Frontex-Flugzeug ignorierte wiederholt Funkrufe des zivilen Rettungsschiffs Solidaire und gab anschließend einer libyschen Miliz umgehend die Koordinaten eines Bootes in Seenot durch. Damit ermöglichte Frontex die völkerrechtswidrige Verschleppung der Menschen an Bord nach Libyen. Das Sea-Watch-Aufklärungsflugzeug Seabird 2 dokumentierte den Funkverkehr in internationalen Gewässern vor Libyen sowie das anschließende Abfangen des Bootes. Der Funkverkehr deutet zudem darauf hin, dass Frontex-Personal die Positionen seiner Flugzeuge über Telegram teilt. Der Vorfall ereignete sich nur einen Tag, nachdem die Europäische Kommission den bislang größten Ausbau von Frontex vorgeschlagen hatte.