Nachdem die Seenotrettungsorganisation SOS Meditérannée am Freitag, den 14. August, elf Leichen in internationalen Gewässern im Mittelmeer entdeckte, fanden das Sea-Watch Aufklärungsflugzeug Seabird 1 und die Rettungsorganisation RESQSHIP über das Wochenende drei weitere Leichen. Die Seabird Crew sichtete die leblosen Körper am Samstag, den 15. August.
Nach den Leichenfunden segelten die Seenotrettungsschiffe Sea-Watch 5 und Nadir zu den Körpern, um Identifizierungsmaßnahmen einzuleiten. Aufgrund des Verwesungszustands und der eingeschränkten Bergungsmöglichkeiten der zivilen Schiffe konnten die Leichen nicht geborgen werden. Auch europäische Behörden haben nach heutigem Kentnisstand von Sea-Watch bisher keine Bergungsmaßnahmen eingeleitet.
Giulia Messmer, Sprecherin der Organisation Sea-Watch:
“Das sind die Menschen hinter „weniger Ankünften“ – lebend gejagt, tot vergessen. Hinter jedem dieser Körper steht ein Mensch mit einem Leben und Angehörigen, die möglicherweise nie erfahren werden, was passiert ist. Verantwortlich sind europäische Politiker, die Grenzabschottung über Menschenleben stellen.”
Seit Jahresbeginn sind über 1.600 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeeer gestorben oder gelten als vermisst. Die Leichenfunde zeigen auf grausame Weise die Folgen einer Politik, die Menschen sichere Fluchtwege verwehrt und zugleich notwendige Rettungsmaßnahmen auf dem Mittelmeer einschränkt, behindert oder unterlässt. Sea-Watch fordert sichere Fluchtwege und eine flächendeckende, staatlich organisierte Seenotrettung, um das Sterben auf dem Mittelmeer zu verhindern.











