Am 11. Mai rettete die Besatzung der Sea-Watch 5 in internationalen Gewässern Menschen auf einem Boot in Seenot und brachte sie in Sicherheit. Dabei wurden die Behörden über jeden Schritt informiert. Eine aktuell laufende Hetzkampagne der extremen Rechten will die Öffentlichkeit darüber in die Irre führen.
In den Morgenstunden des 11. Mai sichtete die Besatzung am Horizont ein Boot in Seenot und leitete, nachdem sie die zuständigen Behörden informiert hatte, die Rettungsaktion ein. Als das Rettungsteam das Boot erreichte, fand es ein doppelstöckiges Boot vor mit 90 Menschen an Bord. Zwei waren bewusstlos, mehrere stark geschwächt und einige unter Deck eingeschlossen. Es gab keine Rettungs- oder Navigationsausrüstung. Gleichzeitig sah sich das Rettungsteam mit maskierten Männern konfrontiert, die sowohl für die Besatzung, als auch für die Menschen in Not eine große Gefahr darstellten. Jeder weitere Schritt der Sea-Watch-Besatzung diente dazu, diese äußerst gefährliche Situation zu deeskalieren, um Leben zu retten. Wie bei jedem solchen Vorfall wurden die Behörden über alle Schritte informiert; Begegnungen mit maskierten, bewaffneten Männern wurden bereits zuvor von Sea-Watch und anderen NGOs dokumentiert.
Nun verbreiten rechtsgerichtete Medien wie „Il Giornale“ Falschbehauptungen über Sea-Watch’s Rettungseinsatz, wobei sie sich auf ein Video stützen, das von einem Frontex-Flugzeug aufgenommen wurde. Das Material, das sich im Besitz der italienischen Behörden befindet, unterliegt dem Amtsgeheimnis während der laufenden Ermittlungen. Was auf dem Video zu sehen ist, ist jedoch nie verheimlicht worden: Sea-Watch hat den Behörden jedes Detail des Rettungseinsatzes mitgeteilt. Die eigentliche Straftat ereignete sich nach der Rettung und wurde von Frontex nicht gefilmt: Die Besatzung der „Sea-Watch 5“ und die Menschen, die sie gerade gerettet hatten, gerieten unter Beschuss der sogenannten libyschen Küstenwache.
Anna Giannessi, Sprecherin von Sea-Watch:
“Wir arbeiten immer transparent und haben den Behörden bereits vor Monaten alle Einzelheiten zu diesem Video mitgeteilt. Diese Hetzkampagne gegen die Zivilgesellschaft wird uns nicht einschüchtern. Wir bleiben entschlossen, Leben zu retten und für Bewegungsfreiheit zu kämpfen.”
Geht es um Vereinbarungen mit gewaltvollen Milizen, wäre ein Blick auf Europas Abkommen mit Libyen angemessen: die Finanzierung einer „Küstenwache“, die in keiner Weise unabhängig von den Milizen ist, gegen die sie eigentlich vorgehen soll. Dabei handelt es sich um Akteure, die eng mit jenen verbunden sind, die nur wenige Stunden nach dieser Rettungsaktion auf die „Sea-Watch 5“ geschossen haben. Frontex hingegen steckt Geld in Überwachungsflugzeuge und Drohnen, die zwar sehr gut darin sind, Rettungsaktionen zu filmen, aber bemerkenswert nutzlos darin, Todesfälle zu verhindern. Die EU finanziert weiterhin die tödlichsten Verbrechen.
Sea-Watch lässt sich weder durch strafrechtliche Verfolgung noch durch diese Hetzkampagne vom Kurs abbringen. Die Arbeit von Sea-Watch war stets transparent und wird sich auch weiterhin auf die Menschen konzentrieren, die unter der Gewalt an den EU-Grenzen leiden. Kein künstlich geschürter Skandal wird Sea-Watch’s Engagement für Bewegungsfreiheit und die Rettung von Menschenleben stoppen.











