Ein Patrouillenboot der sogenannten libyschen Küstenwache feuert derzeit mit scharfer Munition auf das Rettungsschiff Sea-Watch 5 und versucht, das Schiff nach Libyen zu entführen. An Bord befinden sich 90 gerettete Menschen und 30 Crewmitglieder. Der Angriff ereignete sich kurz nachdem die Besatzung der Sea-Watch 5 heute gegen 10 Uhr etwa 90 Menschen in Seenot gerettet hatte. Besatzung und Gerettete fürchten um ihr Leben. Bereits im September 2025 wurden die Crew und gerettete Personen auf der Sea-Watch 5 von der libyschen Miliz beschossen.
Der Angriff begann am Montag, dem 11. Mai, gegen 11 Uhr, unmittelbar nachdem die Besatzung der Sea-Watch 5 etwa 90 Menschen aus Seenot gerettet hatte. Die Miliz näherte sich daraufhin dem Rettungsschiff und eröffnete das Feuer. Zunächst fiel ein einzelner Schuss, dann folgte eine Salve von zehn bis fünfzehn Schüssen. Über Funk teilte die Miliz mit, dass sie die Sea-Watch 5 nach Libyen zwingen wolle.
Nachdem auf das Schiff geschossen worden war, sendete die Besatzung einen Notruf ab und informierte die zuständigen Behörden sowie die deutsche Bundespolizei.
Julia Winkler, Sprecherin der Organisation Sea-Watch:
„Wir fürchten um das Leben unserer Crew und der geretteten Menschen an Bord. Wir fordern alle europäischen Staaten auf, unverzüglich einzugreifen und diesem gewaltvollen Verhalten Einhalt zu gebieten.“











