Nach der Rettung von 18 Personen aus Seenot in internationalen Gewässern am 24. Januar 2026, setzen italienische Behörden das deutsche Rettungsschiff Sea-Watch 5 für 15 Tage fest und erteilen der Orgnisation Sea-Watch eine finanzielle Strafe von 7.500€. Die italienischen Behörden begründen die Festsetzung des Schiffes mit der Verweigerung der Rettungsorganisation libysche Milizen wie die sogenannte libysche Küstenwache über ihre Rettungsoperation zu informieren. Dabei hatte diese kurz zuvor in internationalen Gewässern versucht die Schiffscrew einzuschüchtern und sie angewiesen die Gewässer zu verlassen. Diese Anweisung ist nach dem internationalem Recht auf Navigationsfreiheit haltlos. Sea-Watch wird juristisch gegen die Festsetzung der Sea-Wacht 5 vorgehen.
Am 5. November 2025 haben sich 13 Seenotrettungsorganisationen zur Allianz Justice Fleet zusammengeschlossen. Gemeinsam wenden sie sich gegen den Zwang des italienischen Staates ihre Rettungsoperationen in internationalen Gewässern an gewalttätige libysche Akteure zu kommunizieren. Mehr als 70 extreme Gewalttaten, wie den Beschuss von Rettungsschiffen und Menschen auf der Flucht, wurden in den letzten 10 Jahren auf dem Mittelmeer dokumentiert. Der Großteil wurde durch die sogenannte libysche Küstenwache verübt. 2025 wurden die meisten der Vorfälle registriert mit 21 extremen Gewalttaten. Italienische Gerichte hatten in den vergangenen Jahren mehrmals die lebensrettende Rolle von Seenotrettungsorganisationen betont und festgestellt, dass die sogenannte libysche Küstenwache und die libysche Seenotrettungsleitstelle keine legitimen Rettungsakteure im zentralen Mittelmeer sind, sowie die Befolgung ihrer unrechtmäßigen Anweisungen gegen das Völkerrecht verstößt.
Giulia Messmer, Sprecherin von Sea-Watch: „Italien fordert von uns mit libyschen Milizen zu kooperieren, die auf Rettungsschiffe schießen und Flüchtende töten. Nun setzten uns die italienischen Behörden fest, weil wir diesen Völkerrechtsbruch verweigern. Italien orchestriert das Sterben im Mittelmeer und Deutschland wendet die Augen ab.“
Seit 2024 wurden Rettungsschiffe 37 Mal unter der ultrarechten Regierung Giorgia Melonis festgesetzt – resultierend in über 770 Tagen verlorener Einsatzzeit. Zusätzlich sind zwei zivilgesellschaftliche Menschenrechtsbeobachtungsflugzeuge für jeweils 20 Tage von ihrer Arbeit abgehalten worden. Seit 2014, sind im Mittelmeer mehr als 33.400 Menschen ertrunken oder werden noch vermisst.











