Am 15. März 2026 rettete die Sea-Watch 5 Crew 93 Menschen in Seenot in internationalem Gewässer, darunter schwangere Frauen, Kinder und unbegleitete Minderjährige. Neun gerettete Personen mussten noch in derselben Nacht durch die italienische Küstenwache evakuiert werden, darunter ein zweijähriges Kind in lebensbedrohlichem Zustand. Aktuell ist die Sea-Watch 5 auf dem Weg in den zugewiesenen Hafen Marina di Carrara: vier Tage Fahrtzeit und über 1.100 km vom Rettungsort entfernt. Die Wetterbedingungen sind mit 2 Metern Wellen und starken Winden katastrophal. Sea-Watch fordert den italienischen Staat auf, internationales Recht einzuhalten und der Schiffscrew den nächstgelegenen Hafen zuzuweisen. Die deutsche Bundesregierung muss sich unverzüglich dafür einsetzen.
Sea-Watch Sprecherin Giulia Messmer kommentiert:
“Alle geretteten Personen müssen jetzt sofort an Land gebracht werden. Eine 4-tägige Überfahrt nach Norditalien unter diesen Wetterbedingungen ist ein einziges politisches Machtspiel und gefährdet bewusst alle Leben an Bord.”
Der Jahresbeginn 2026 ist der tödlichste seit mehr als einem Jahrzehnt. Bisher wurden mehr als 680 Menschen als tot oder vermisst gemeldet. Die Dunkelziffer wird deutlich höher geschätzt. Die rapide Verschlechterung der Wetterbedingungen der letzten Tage gefährdet aktuell das Leben von Menschen an Bord mehrerer Boote, die die Organisation Alarm Phone gemeldet hat. Erst vor wenigen Tagen ist ein Kind auf dem Meer verschwunden und ein 21-jähriger Mann konnte nur tot geborgen werden.











