Die meisten der des „Schmuggels” Beschuldigten sind Menschen, die selbst auf der Flucht sind. Sie sind gezwungen, ein Boot zu steuern, weil sie sich die Reise auf keine andere Weise leisten können oder einfach weil sie sich mitten auf dem Meer befinden und niemand sonst in der Lage ist, das Boot zu steuern. Es gibt keinen anderen Weg, um in die EU zu migrieren – kein Fahrer, kein Überlebender.
Bei ihrer Ankunft werden sie verhaftet und inhaftiert und müssen mit lebenslangen Haftstrafen, hohen Geldstrafen und langen Isolationszeiten rechnen. Sie haben kein Unterstützungsnetzwerk, kein Geld und keine öffentliche Aufmerksamkeit. Viele verbringen Monate in Untersuchungshaft, ohne Zugang zu angemessener rechtlicher Vertretung oder Übersetzung ihres Falles. Manchmal verstehen sie nicht einmal, warum sie inhaftiert wurden. Die meisten haben keine Möglichkeit, mit der Außenwelt oder ihren Familien in Kontakt zu treten, und bleiben isoliert und allein zurück.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Gerichtsverfahren oft nur wenige Minuten dauern und zu Strafen bis hin zu lebenslanger Haft führen. Die Urteile werden gefällt, ohne dass Beweise geprüft oder Zeugen angehört werden.