Das Projekt

Zwischen der libyschen Küste und der Insel Malta wird auf 14-tägigen Ausfahrten mit der Sea-Watch 2 ein weiträumiges Operationsgebiet abgefahren, um in Seenot befindliche Flüchtlingsboote zu finden und zu versorgen. 

Außerdem sucht Sea-Watch in Kooperation mit CADUS zwischen dem türkischen Festland und der griechischen Insel Lesbos mit zwei Schnellbooten (Sea-Watch Rescue & H. E. Thomsen) nach Flüchtlingsbooten.

Zentrales Mittelmeer

Das Operationsgebiet vor der libyschen Küste ist einer der tödlichsten Abschnitt der Fluchtrouten zwischen Afrika und Europa dar. Allein 2015 haben mindestens 153.000 Menschen diese Strecke auf sich genommen. Zwischen Juni und Oktober 2015 konnte Sea-Watch bei Search-and-Rescue (SAR) Einsätzen über 2.000 Menschen das leben retten. 

Im vergangenen Jahr konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln, die als Basis für das Einsatzkonzept für 2016 dienen. Vor allem aber brauchten wir ein neues, moderneres und leistungsfähigeres Schiff. Mit der durch Spenden finanzierten Sea-Watch 2, können wir rund um die Uhr und auch bei schlechtem Wetter arbeiten, da sie stabiler ist und eine größere Crew zulässt. Dank großzügigerer Räumlichkeiten können wir die Menschen an Bord medizinisch erstversorgen und mithilfe moderner Technologie Flüchtlingsboote besser orten.

Die Crews bestehen aus einem erfahrenen Kapitän, Nautikern, Medizinern, Mechanikern, Deckhands und Journalisten. Außerdem stehen, in unserem neuen Camp auf Malta, Seelsorger und die Land-Betreuung zur Verfügung. 

Während der zwei Wochen auf See wird ein Raster nördlich der libyschen Hauptstadt Tripolis abgefahren, welches die meisten Gummiboote passieren und in dem sich bereits viele tödliche Unfälle ereignet haben.

Sea-Watch sucht aktiv nach Flüchtlingsbooten, zusätzlich arbeiten wir eng mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Rettungsleitstelle MRCC Rom und dem Alarmphone von Watch the Med zusammen, um ein möglichst enges Sicherungsnetz zu ermöglichen.

Wenn ein Boot von uns gesichtet wurde beginnt die Erstversorgung bestehend aus dem Aushändigen von Rettungswesten, Trinkwasser, dem Entlasten des überfüllten Bootes und einem medizinischen Schnellcheck. Ein sicherer Weitertransport der Menschen nach Europa wird über die italienische Küstenwache oder andere größere Schiffe sichergestellt.

Ägäis

Seit Mitte November 2015 überwacht Sea-Watch und CADUS eine Wasserpassage zwischen der Türkei und der griechischen Insel Lesbos in der Ägäis. Auch dieses Gebiet zählt zu einer der tödlichsten Grenzzonen der EU, allein im Oktober 2015 ertranken dort hunderte Flüchtende.

Die Einsätze mit zwei Schnellbooten und wechselnden Crews, bestehend aus medizinischem Personal und Nautikern, sichtet in Seenot befindliche Flüchtlingsboote und versucht in Kooperation mit anderen Hilfsorganisationen auf dem Wasser und am Land eine sichere Ankunft der Menschen sicher zu stellen.

Das Basiscamp befindet sich im kleinen Küstenort Tsonia auf Lesbos. Von hier werden Crew und Einsätze koordiniert.